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Politiker müssen damit beginnen, Bedingungen zu schaffen, unter denen es den Familien gut geht: lange Elternzeit, flexible Arbeitszeiten und die garantierte Rückkehr an den Arbeitsplatz gehören dazu.

Steve Biddulph

Zugegeben, die Kinder in den ersten Lebensjahren selbst zu betreuen, ist finanziell nicht immer leicht zu verwirklichen. Das Geld ist bei vielen jungen Familien knapp – daran sollte dieser Entschluss jedoch nicht scheitern.

Zur Unterstützung gibt es u.a. folgende Möglichkeiten:
  • Landeserziehungsgeld (leider aktuell nur noch unter bestimmten Voraussetzungen in Sachsen und Bayern beantragbar)
  • Wohngeld
  • Kinderzuschlag
  • Verzicht auf „Luxus“, den wir für eine gewisse Zeit in unserem Leben missen können (Auto, Fernreisen, Hausbau etc.)
  • allgemeine Übersicht über Urlaubszuschüsse
  • für Familien mit drei (oder mehr) Kindern könnte die europäische Familienkarte interessant sein, die vergünstige Eintrittspreise in beliebten Urlaubsländern ermöglicht, für Auflüge in Sachsen gibt es den Familienpass, der freien Eintritt in bestimmte Einrichtungen des Freistaates Sachsen (Museen, Sammlungen, Burgen und Schlösser) ermöglicht
  • Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (für Kinder) - über Jobcenter beantragen
Möglichkeiten, im Familien-Alltag Geld zu sparen

Übrigens braucht man auch entscheidend weniger Geld, wenn man keine "Job-Klamotten" braucht, der Arbeitsweg per Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln wegfällt.

Das kürzlich abgeschaffte Betreuungsgeld von 150 Euro monatlich war wohl eher symbolisch zu verstehen, wenn man es mit der staatlichen Subventionierung der Fremdbetreuung vergleicht: So kostet ein KiTa-Platz die Gesellschaft monatlich aktuell rund 1200 Euro.

Wir wünschen uns stattdessen ein Betreuungsbudget, wie der Deutsche Familienverband es beispielsweise vorschlägt und das tatsächliche Wahlfreiheit ermöglichen würde.

Letztendlich muss jede Familie ihren eigenen Weg finden – und auch, wenn es anfangs wie ein unüberwindbarer Berg erscheint, wollen wir Mut machen, diesen zu bewältigen. Wir, die Macherinnen dieser Website, haben die unterschiedlichsten Berufe: Sozialpädagogin, Ärztin, Immobilienkauffrau... Uns eint, dass wir unsere Kinder in den ersten Jahren selbst betreuen, aber die Lebenssituationen, in denen wir aktuell stecken, sind ganz unterschiedlich: Viele von uns gehen diesen Weg mit einem berufstätigen Partner, eine von uns ist alleinerziehend und Hartz-IV-Empfängerin.

Und noch ein praktischer Tipp: Beantragt mindestens zwei Jahre Elternzeit, um flexibel bleiben zu können. Verkürzen geht fast immer, zum Beispiel auch in Teilzeit. Wenn man jedoch die Elternzeit verlängern will, muss der Arbeitgeber zustimmen. Vielen von uns war vor dem ersten Kind nicht klar, wie kurz ein Jahr im Leben eines Kindes, gerade am Anfang, eigentlich ist.